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Erfahrungsbericht von Katharina Kornmann

Onboarding Seminar des Konzern-Traineeprogramms

Voller Vorfreude brach ich Mitte Juli 2011 nach Krefeld zum „Onboarding-Modul“, dem ersten von insgesamt vier Seminaren für Konzerntrainees, auf. Das Programm für die drei Tage hörte sich sehr vielversprechend und abwechslungsreich an. Einige der anderen Trainees hatte ich schon während des CareerDay im Februar getroffen und freute mich auf ein Wiedersehen. Während des gemeinsamen Auswahlprozesses gefiel mir besonders die von Austausch, Unterstützung und Offenheit geprägte Atmosphäre. Gespannt war ich auch darauf, mehr über den ThyssenKrupp Konzern, seine Geschichte und Zukunft zu erfahren.

Dem Programm konnte ich entnehmen, dass der dritte Tag unter dem Motto Selbstreflexion stehen würde. Hier beschlichen mich zunächst Zweifel. Zum einen hatte ich während meines Studiums schon viele „Skill“-Seminare belegt, zum anderen regte schon der Bewerbungsprozess zur Selbstreflexion an. Schließlich ist ein elementarer Teil dieses Prozesses, zu seinen Stärken, Schwächen und Interessen passende Tätigkeiten und Unternehmen zu finden. Bewerbungsanschreiben, -gespräche und Assessment Center – immer stand die eigene Persönlichkeit im Mittelpunkt. Daher war eine ausgiebige Selbstreflexion schon im Vorfeld nötig. Würde das Onboarding-Modul hier noch einen Mehrwert schaffen können?

Kennenlernen & Teambuilding
Zwei erfrischend unkonventionelle Ansätze wurden gewählt, um uns das Kennenlernen zu erleichtern: Zum einen erfolgte die Vorstellung der Teilnehmer gleichzeitig und gruppendynamisch anhand eines Fragenkatalogs, zum anderen trugen auch die anschließenden Teambuilding-Aktivitäten unter freiem Himmel zum gegenseitigen Vertrauensaufbau bei. Gemeinsam erarbeiteten wir kreative Lösungen, um zum Beispiel  Zelte blind und ohne Handanlegen aufzubauen.
Nachdem wir uns schon relativ gut kannten, berichteten am Nachmittag zwei ehemalige Trainees von ihren Erfahrungen. Besonders positiv war, dass wir auch abends noch die Möglichkeit hatten, in ungezwungener Atmosphäre das Gespräch fortzusetzen. Mir ist wieder einmal klar geworden, wie wichtig für jeden persönlich – aber auch für ein Unternehmen – Networking ist. Darüber hinaus haben die Erfahrungsberichte und anschließenden Diskussionen verdeutlicht, dass Flexibilität und Offenheit von hoher Bedeutung für den Erfolg des Trainee-Programms ist, aber auch für die eigene berufliche und persönliche Entwicklung.

Der ThyssenKrupp Konzern
Der zweite Tag des Onboarding-Moduls war geprägt von Informationen über und Eindrücken vom ThyssenKrupp Konzern. Den Einstieg bildete ein Vortrag von Herrn Desai, der das Corporate Center Corporate Development der ThyssenKrupp AG leitet. Sein Vortrag war mit Sicherheit für viele von uns ein Highlight. Da wir alle in verschiedenen Bereichen des Konzerns tätig sind, haben wir sehr unterschiedliche Blickwinkel auf die Strategie des Unternehmens. In diesem Zusammenhang hat uns der Vortrag zum Nachdenken darüber angeregt, was die aktuelle Strategie für die einzelnen Business Areas bedeutet. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Entwicklungen war es sehr interessant, eine Einschätzung der Situation und der Zukunft des Unternehmens zu erhalten.
Anschließend haben einige von uns ihre Business Area bzw. Konzernunternehmen und Aufgaben vorgestellt. Hier wurde der große Vorteil eines Trainee-Programms deutlich: Es bietet die Gelegenheit, über den Tellerrand der eigenen Position hinauszuschauen – nicht nur durch Rotation und eigene Erfahrungen, sondern auch durch den Erfahrungsaustausch. Dabei profitieren wir sicherlich auch davon, dass wir in unterschiedlichen Funktionen wie Finanzen, Controlling, Accounting oder Strategie tätig sind.
Nachdem der Vormittag ganz im Zeichen von Zukunft und Gegenwart stand, machten wir uns am Nachmittag auf eine Reise in die Vergangenheit. Bei einer Führung durch die Villa Hügel und das Schloss Landsberg wurde uns die wechselvolle Konzerngeschichte anschaulich nahegebracht. Der Tag hat mir verdeutlicht, wie wichtig es ist die Vergangenheit eines Unternehmens zu kennen, um seine Traditionen zu verstehen und die Zukunft gestalten zu können – Stichwort:  „Create (Y)our Future“.
 

Selbstreflexion
Der letzte Tag stand – wie schon angekündigt – unter dem Motto Selbstreflexion. Sie ist im Rahmen des ThyssenKrupp-Kompetenzmodells von großer Bedeutung, da zu einer Stärkung unserer Kompetenzen zunächst eine Analyse nötig ist. Auch bei diesem Programmpunkt  wurden meine Erwartungen übertroffen. Denn wir sind nicht nur auf Aspekte hingewiesen worden, die mir vorher nicht so bewusst waren, sondern haben auch relevante Themen in Kleingruppen diskutiert und vertieft. Vieles wird einem erst bewusst, wenn man versucht, es anderen zu erklären. Allein das Nachfragen einer anderen Person kann schon neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten eröffnen. Besonders positiv war auch die gute Betreuung durch den Workshop-Leiter. Gedanken, die an diesem Tag angestoßen oder wiederbelebt wurden, wie beispielsweise „Was möchte und was kann ich eigentlich erreichen?“ oder „Wie nehmen mich eigentlich andere wahr?“ begleiten mich auch heute noch. Woran ich noch arbeiten kann, sind Durchsetzungsvermögen, Fachwissen und Auftreten. Gerade zum Thema Durchsetzungsvermögen haben wir rege Diskussionen geführt. Denn hier stellt sich vor allem die Frage: wie durchsetzungsfähig möchte ich eigentlich sein? Viele der aufgeworfenen Themen werden wir hoffentlich im Laufe des Trainee Programms für uns beantworten können.
 
Mein persönliches Fazit
Die drei Tage „Onboarding“ haben ihren Zweck erfüllt. Denn, um im Wortlaut des „An-Bord-Gehens“ zu bleiben: Ich bin mir über meine Rolle als „Matrosin“ bewusster geworden, habe andere Mitglieder der Crew kennen und schätzen gelernt. Wir haben viel über die ThyssenKrupp Flotte gelernt, wissen jetzt, aus welchem Hafen wir ausgelaufen sind und in welche Richtung wir in den nächsten Jahren segeln werden. Auch emotional sind wir an Bord geholt worden, so dass wir nun wirklich sagen können: Wir sind bei ThyssenKrupp angekommen. Ganz in diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten Module, bei denen wir als Crew noch besser ausgebildet werden und das Team noch enger zusammen wächst, damit wir auch in schwierigen Gewässern unsere Segel in die gewünschte Richtung setzen können.

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