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Duisburg

Die Stahl-Detektivin

Katrin Schreibmüller ist Senior Engineer in der Feuerfest-Technologie: „Eigentlich wollte ich in die Kriminaltechnik. Aber im Prinzip mache ich in meinem jetzigen Job in der Technologieanalyse exakt das Gleiche: Ich arbeite im Labor, analysiere, rekonstruiere, setze Puzzleteile zusammen… Nur sind meine „Opfer“ Stahlpfannen und Co. – was fast genauso spannend ist!“

 

Mein Job: untersuchen, analysieren, optimieren

Von Haus aus bin ich Diplom-Mineralogin. In meinem Team Feuerfest Technologie kümmere ich mich – zusammen mit meinem Fachvorgesetzten – um verschiedene Bereiche (alles von Roheisen bis flow control) im Auftrag interner und externer Kunden. Das können Mitanbieter sein, aber auch Zulieferer oder andere Branchen, in denen Feuerfest-Material eingesetzt wird. Konkret führen wir Eingangskontrollen bei einzusetzenden Materialien durch und untersuchen gebrauchte Proben, wenn diese zu früh ausgefallen sind oder ein anderer Schadenfall eingetreten ist. Warum kam es zu dem Ausfall, wie genau ist es passiert und wie lässt sich dies zukünftig vermeiden? Die Probe kommt unter das Mikroskop, dann werden mittels Röntgenanalyse Rohstoffe sowie Mineralphasenzusammensetzungen ermittelt und alle Erkenntnisse mit den Ergebnissen aus der chemischen und physikalischen Untersuchung verglichen. Anschließend folgt die Plausibilitätsprüfung, bevor alles zusammengesetzt wird, sodass der ganze Fall rekonstruiert werden kann. Darüber hinaus sprechen wir auch Einsatzempfehlungen aus, beraten, entwickeln und optimieren Zustellungskonzepte in enger Abstimmung mit unserer internen FuE–Abteilung und arbeiten in fachübergreifenden Projekten mit Lieferanten, Universitäten, Forschungseinrichtungen zusammen.

Meine Herausforderungen

Ob es um Schadensfälle, die Inspektion von Materialien oder Zustellungskonzepte geht – allen gemeinsam ist eines: Nichts geht nach Schema F! Oft muss ich immer wieder neu ansetzen und Stück für Stück aufbauen. Außerdem bin ich die einzige Frau in meinem Team, dazu relativ jung, und in der Feuerfest-Industrie sind Frauen noch immer nicht so stark vertreten. Da kann es eine Herausforderung sein, die Barrieren, Meinungen und Erwartungshaltungen mancher Kunden, Kollegen und Mitarbeiter abzubauen.

Mein typischer Arbeitstag

Nach der morgendlichen Begrüßung checke ich in meinem Büro meine Termine und E-Mails, danach folgt ein kurzes Update mit meinen Mitarbeitern über die Proben, die bearbeitet werden sollen, ein Informationsaustausch zu den Materialien und deren Präparation und eine Priorisierung von Proben und Aufträgen. Im Anschluss daran kann sich mein Tag in verschiede Richtungen entwickeln: Entweder ich bin direkt wieder unterwegs, in Meetings, in der Probenahme, bei einem Informationsaustausch mit internen Kunden, Projektpartnern usw. – oder ich bin im Labor und untersuche die bereits präparierten Proben unter dem Mikroskop, werte die Ergebnisse aus und schreibe dazu einen Fallbericht. Alternativ bearbeite ich bestehende Berichte, pflege neue Erkenntnisse, Aufnahmen, Teiluntersuchungen ein und bespreche diese anschließend mit meinem fachlichen Vorgesetzten. All das kann jederzeit durch Anrufe unterbrochen werden – mit der Folge, dass ich alles stehen und liegen lasse, um ein Problem mit unseren Anlagen oder bei externen Kunden vor Ort zu lösen.

Unser Slogan lautet „engineering. tomorrow. together." Together heißt dabei für mich …

Meinen persönlichen „together moment" habe ich immer dann, wenn ich im Fitnessstudio bin und die blauen thyssenkrupp-Schlüsselbänder an den Trainingsschlüsseln sehe. Dann denke ich bei mir: Ach guck, noch einer von uns. Und es gibt dort etliche Leute mit blauen Schlüsselbändern… :)

Sich selbst verwirklichen, Spaß haben, glücklich sein

Ganz wichtig ist die Abwechslung, die mir mein Job bietet. Ich bin sehr viel auf Dienstreisen, in den Produktionsanlagen und Projektmeetings oder im Labor vor dem Mikroskop. Unser Konzern ist so groß, so vielfältig und bietet mannigfaltige Möglichkeiten, auch was die eigene Entwicklung und den Weg im Unternehmen angeht. Man jongliert hier mit den verschiedensten Menschen, Kulturen und Charakteren, die jeden Tag neu, spannend und herausfordernd machen. Es wird viel von mir erwartet, aber zugleich wird mir auch viel zugetraut, ich kann Entscheidungen treffen und trage Verantwortung. Ich habe das Gefühl – wenn ich will, kann ich hier wirklich etwas erreichen. Und ich freue mich jeden Tag auf meine Arbeit!

 

 

#ATWseries – Unsere Weltreise

4 Studenten, 94 Tage, 55.000 Kilometer – das ist unser Weltreise-Projekt "Around the world". Die neue Folge gibt es ab sofort immer Donnerstags um 19:37 Uhr auf unseren Blog:

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