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Louisiana

Eine Hommage an unsere Ingenieure

Viel mehr als ihren Kopf brauchen unsere Ingenieure nicht, um selbst riesige Anlagen zu konstruieren. Bei einem Besuch in Donaldsonville, Louisiana, verstehe ich, was es bedeutet, eine von ihnen zu sein.

 

Begeisterung für runde Winkel

Wow, die Vereinigten Staaten sind groß! Alles hier ist groß! Neben Autos, Straßenlöchern und Extra-Large-Tall-Starbucks-Bechern auch unser Projekt in Donaldsonville, Louisiana. Denn die bestehende Düngemittelanlage unseres Kunden CF Industries wird derzeit erweitert. Eine Ammoniakanlage mit einer Kapazität von 3.300 Tonnen (fast so viel wie 1000 Elefanten), eine UAN-Anlage und eine Harnstoffgranulierung sind hier nur winzige Puzzleteile. Unsere Ingenieure haben das ganze Puzzle entworfen und unterstützen jetzt den Bau der Anlage vor Ort.

Eigentlich hatte ich vor, an dieser Stelle in die technische Tiefe zu gehen und zu beleuchten, wie wichtig Düngemittel für unser Leben sind (und das sind sie wirklich! Wie sonst sollten wir in unseren wachsenden Megacities heute an Nahrung kommen?!). Aber während unserer Zeit auf der Baustelle ist mir etwas anderes aufgefallen: meine Bewunderung für die Ingenieur-Kollegen. Besonders für Hans und Guido, die uns auf „ihrer“ Baustelle herumgeführt und 23 Mal freudestrahlend erklärt haben, dass es hier besonders schöne runde Winkel gibt.

Bei 20 Ländern aufgehört zu zählen

„Wir brauchen mehr Düngemittel für Nordamerika“, so oder so ähnlich muss der Auftrag geklungen haben. Jetzt stehen auf dem Gelände des Kunden Stahlkonstruktionen, die komplizierter nicht aussehen könnten. Während ich mir die Rohre, Kabel und Behälter so ansehe, frage ich mich, wie man so einen Auftrag in die Tat umsetzt. Wie geht man denn so eine Mammutaufgabe an?

„Wir machen das ja nicht zum ersten Mal“, witzelt Guido. Erfahrung scheint als Ingenieur also eine große Rolle zu spielen. Außerdem trifft man in Donaldsonville auch auf Wissen aus aller Herren Länder. In dem 25-Mann-Büro auf der Baustelle sitzen Kollegen aus Deutschland, Ägypten, Indien und den USA. Und jeder von ihnen ist für sich selbst schon so international erfahren wie alle zusammen, denn reisen gehört zum Ingenieursberuf dazu. „Karl geht bald in Rente. Ich glaube, der hat irgendwo bei 20 Ländern in seiner Laufbahn aufgehört zu zählen“, erzählt Guido, der selbst innerhalb von sieben Jahren in acht Ländern Anlagen entwickelt hat. Ich finde ja, dafür muss man geboren sein, aber wie es Guido wiederum auf den Punkt bringt: „ein ganzes Leben im Büro wäre nichts für mich. Null.“

Ich mag zwar meinen Schreibtisch, bin aber froh, dass es Jungs wie Hans, Guido und Karl (dessen Frau, so wie es mir zu Ohren gekommen ist, ein eindeutiges Mitspracherecht bei der Länderauswahl hatte) gibt. Danke Jungs, dass ihr das macht, dass ihr für uns in der Welt unterwegs seid und eure Expertise nutzt. Denn: Megacities wie New York, Tokio und Berlin haben so einige hungrige Münder zu stopfen. Und Starbucks auch.

#ATWseries – Unsere Weltreise

4 Studenten, 94 Tage, 55.000 Kilometer – das ist unser Weltreise-Projekt "Around the world". Die neue Folge gibt es ab sofort immer Donnerstags um 19:37 Uhr auf unseren Blog:

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