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Oskar Deecke

Trainee Communications, Brand & Customer

„Als Sportler durch und durch hätte ich nie gedacht, dass ich beruflich abseits des Sports Gefallen an etwas finden würde. Doch das Pionierprojekt ‚Duale Karriere‘ bei thyssenkrupp hat mir gezeigt, dass ich mich auch für technische Themen begeistern kann! Definitiv ein Projekt mit Zukunft – und avisiertem Einstieg Ende 2016.“

Was ich einmal werden wollte…

Schon von Kindesbeinen an habe ich mich eigentlich immer auf den Sport konzentriert: Ich treibe extrem viel Sport und habe Sport studiert, hier lagen meine Ziele und mein Interesse. Aber der Blick über den Tellerrand hinaus und die Neugierde, auch mal etwas anderes zu machen, was nichts mit Sport zu tun hat, hat sich für mich bis dato sehr positiv ausgewirkt: Denn nach meiner aktiven Sportlerkarriere möchte ich gerne bei thyssenkrupp bleiben.

… und wie ich hier her gekommen bin

Über einen Kontakt beim Hockey kam ich im Sommer 2014 zur thyssenkrupp AG und habe zunächst ein dreimonatiges Praktikum in der Kommunikation absolviert. Nach einem ausführlichen Gespräch entschied der Leiter der Kommunikation, Alexander Wilke, das Projekt „Duale Karriere bei thyssenkrupp“ nach meinem Praktikum zu starten… Niemand wusste, was auf uns zukommen oder wie es am besten funktionieren würde, auf beiden Seiten fehlten dazu die Erfahrungen. Das gab uns aber eine große Freiheit, denn die Zusammenarbeit war nicht an einen konkreten Plan gebunden, sondern es war und ist bis heute „learning by doing“. Am Anfang mussten wir zunächst herausfinden, wie sich mein Leistungssport einerseits und die Berufsanforderungen bei thyssenkrupp andererseits möglichst optimal vereinbaren lassen... 

Meine Aufgabe

Meine Stelle ist im Bereich Marken- und Kundenkommunikation innerhalb der Kommunikation angesiedelt und ein Konstrukt aus studentischer Aushilfskraft, Volontär und Trainee. Dadurch ist gewährleistet, dass meine Arbeitszeit flexibel eingeteilt werden kann, dass ich – wie ein Volontär – eine feste Vergütung erhalte und dass ich durch die Einstufung als Trainee den entsprechenden Ausbildungsprozess innerhalb verschiedener Bereiche der Kommunikation durchlaufen kann. Das ist ein ganz individuell auf mich und meine Situation zugeschnittenes Konstrukt, das viele Vorteile hat, und ich bekomme quasi ‚das Beste aus drei Welten‘ mit.

Eine typische Arbeitswoche: Sport und Beruf

Feldhockey ist eine komplexe Sportart und vereint Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft und Technik. Ich bin in der Hockey-Nationalmannschaft sowie in meinem Verein (Crefelder HTC) aktiv – das Training ist dementsprechend umfangreich und wird jeden Tag absolviert. In Zahlen sind es 8-10 Trainingseinheiten unter der Woche, dazu kommen 1-2 Spiele an den Wochenenden, 25-30 Stunden Sport und ca. 35 Stunden Arbeit. Daraus ergibt sich eine 60-65 Stunden-Woche, plus Fahrtzeiten…

Eine typische Trainingswoche besteht von Montag bis Freitag aus morgendlichem Stützpunkttraining mit den in Köln ansässigen Nationalspielern, abendlichen Trainingseinheiten mit der Vereinsmannschaft des Crefelder HTC, aus Regenerationseinheiten und natürlich dem Job bei der thyssenkrupp AG in Essen. An den Wochenenden folgen die Bundesligaspiele, die mit einem großen Reiseaufwand verbunden sind… 2-3 Mal in der Woche habe ich Termine bei der Physiotherapie: Die sportliche Belastung ist während des Trainingsprozesses sowie in Bundesliga- und Turnierphasen mit der Nationalmannschaft sehr hoch. Durch den Einstieg bei thyssenkrupp hat die grundsätzliche Belastung weiter zu- und die konzentrierte Erholung abgenommen. Regelmäßige Physiotherapie ist deshalb unabdingbar.

Montag stehen in der Regel Ausdauer- bzw. Regenerationseinheiten auf dem Trainingsplan, wobei die Intensität an den Spielbetrieb des vorherigen Wochenendes gekoppelt ist. Das Regenerationsprogramm absolviere ich häufig abends nach der Arbeit. Dienstag bis Donnerstag sind ähnlich und straff durchgetaktet: Zunächst eine Trainingseinheit um 7.30 Uhr (Kraft- oder Sprinttraining im Verhältnis 2 zu 1), um 10.30 Uhr beginne ich meinen Arbeitstag bei thyssenkrupp. Flexible Termine mit kleinerer Teilnehmerrunde versuchen wir ab dann beginnen zu lassen. Ergebnisse, Aufgaben und Next Steps aus Meetings, die vor 10.30 Uhr stattfinden, lasse ich mir von Kolleginnen oder Kollegen mitteilen. Aufgrund des abendlichen Mannschaftstrainings, das um 19.30 Uhr beginnt, arbeite ich bis maximal 18 Uhr und fahre direkt von der Arbeit nach Krefeld. Das Training dauert in der Regel 2 oder 2 1/2 Stunden und endet um 22 Uhr. Dann geht es zurück nach Köln und gegen 23.30 Uhr in die Koje… Freitag stehen wieder Regeneration und Erholung für die Bundesligaspiele im Mittelpunkt. Diese Einheit absolviere ich wie Montags ebenfalls nach der Arbeit: ein lockerer Lauf, Stabilisationsübungen und langes Dehnen. 

Mit der Nationalmannschaft sind wir ca. 100-120 Tage im Jahr unterwegs. Die Lehrgänge finden in Vorbereitung auf Turniere oder Länderspiele statt und dauern zwischen 2 und 12 Tagen. Turniere finden ca. 4-5 im Jahr statt. Darunter befinden sich kleinere Turniere, die Qualifikation zu den Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, die sogenannte Hockey World League, sowie eines der drei großen Turniere: Europameisterschaft, Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele. Hinzu kommen außerdem Europa- und Weltmeisterschaft in der Halle, die jedoch nicht die Wichtigkeit und den Status haben wie die Turniere auf dem Feld.

Vor großen Turnieren, bei denen ich ja teilweise bis zu 2 1/2 Wochen im Büro fehle, gibt es wie vor einem Urlaub ein Übergabegespräch. Dabei werden unerledigte Aufgaben oder laufende Projekte an meine Kolleginnen und Kollegen weitergereicht. Während meiner Abwesenheit bearbeite ich aber nach wie vor meine E-Mails. Auf Lehrgängen und insbesondere während der Turniere steht natürlich der Hockeysport im Vordergrund.

   

Unser Slogan lautet „engineering. tomorrow. together.". „Together“ heißt dabei für mich …

… die Zusammenarbeit und erfolgreiche Umsetzung von Projekten mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Als Mannschaftssportler sind mir eine gute Zusammenarbeit und Kommunikation sehr wichtig – beides sind unabdingbare Voraussetzungen, wenn man erfolgreich sein möchte. Insbesondere durch die sportlichen Erfolge der letzten Jahre habe ich selbst erfahren, was eine gute, aufeinander abgestimmte Mannschaft und der ihr innewohnende Teamgeist auslösen und erreichen kann.

Meine Zukunft

Mein primäres Ziel ist es, nach den (hoffentlich erfolgreichen) olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro bei thyssenkrupp als Vollzeitkraft übernommen zu werden und einzusteigen. Die bisherige Zeit hier hat mir gezeigt, dass ich abseits des Sports Gefallen an technischen Themen finde. Die Sicherheit eines Großkonzerns und die vielen Möglichkeiten, um sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln, sind ebenso attraktiv wie die Vielfalt im Unternehmen und die Chancen, sich thematisch oder örtlich zu verändern. Das kommt mir als Leistungssportler entgegen, da ich durch Wettkämpfe und Trainingslager in verschiedenen Ländern schon über einen gewissen kulturellen Erfahrungsschatz verfüge.

Ein späteres Ziel wird es sein, eine Führungsposition zu übernehmen. Durch den Sport konnte ich bereits Erfahrungen in der Teamführung sammeln und möchte dies auch in der Arbeitswelt tun. Wie der Weg letztendlich bei thyssenkrupp weiter geht, steht noch nicht fest. Aber meine beruflichen Ziele werde ich in gleicher Weise verfolgen wie meine sportlichen – und hoffentlich genauso erfolgreich sein.

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